Urlaub auf dem Bio-Hof? Schön und gut, aber wo genau? In unserer neuen Serie suchen wir ein paar Höfe raus und stellen die Euch dann vor.
Erstmal hat es uns der Mutterboden eines östlichen Landstrichs angetan, der viel zu oft in Verbindung mit hohen Arbeitslosenzahlen genannt wird: Brandenburg. Brandenburg ist ein wunderschönes Bundesland voller Seen, Wälder und endloser Felder mit dazugehörigen Hügeln, über denen die Sonne untergeht.
Klar, dass hier die Landwirtschaft noch mehr oder weniger stark ist. Klar, dass wir uns hier mal als erstes umgesehen haben, um lohnenswerte Ziele für unseren Bio-Urlaub zu finden. Schließlich ist Brandenburg ein Paradies (Urlaub!) und bewohnt von gewissenhaften Menschen (Bio?)… Soweit die Klischees. Und was finden wir?
Als Allererstes einen Verband. Bioland. “Bei Bioland sind mehr als 4.500 Landwirte, Gärtner, Winzer und Imker zusammengeschlossen, die auf einer Fläche von über 200.000 ha nach den Bioland-Richtlinien wirtschaften.” Bundesweit. Wird gutgeheißen. Wenn ihr also nach einem Bio-Bauernhof sucht, und er dieses Verbandssiegel hat, dann macht ihr schon mal nichts falsch.
Der Trend geht in Deutschland immer mehr zu gesunden und ökologisch angebauten Produkten. BIO heißt das Schlüsselwort. Seit Neustem bieten Bauern auf ihren Höfen auch Übernachtungsmöglichkeiten an.
Es wäre doch toll, wenn ihre Kinder in den Ferien ihre Frühstückseier selbst aus den Ställen holen oder ihre Milch frisch von den Kühen melken könnten. So lernen die Kinder direkt vor Ort, wo die Produkte herkommen und haben auch noch Spaß dabei.
Der Renner bei Kindern ist dann natürlich noch, wenn der Bauer Streicheltiere, wie zum Beispiel Kaninchen oder Meerschweinchen hat.
Aber nicht nur die Kleinen kommen auf ihre Kosten, auch die Eltern können in der Idylle und der schönen Natur abschalten und sich entspannen.
Manche Bio-Höfe bieten sogar Kinderbetreuung an, die sich dann stundenweise um ihre Kinder kümmert, während sie entspannt einen Ausflug machen können.
Informieren sie sich bei den Fremdenverkehrsvereinen vor Ort oder im Internet nach den Möglichkeiten ein Familienurlaub auf dem Bio-Hof zu verbringen.
Entgegen manchen Meldungen wächst der Umsatz von Bio-Märkten weiter. Auch im ersten Halbjahr 2008.
Auch wenn das Wachstum nicht mehr so stark ist wie letztes Jahr, so liegen die Bio-Märkte weiterhin im Trend. Die leichte Schwäche wird den allgemein steigenden Preisen und der damit einhergehenden Konsumzurückhaltung zugerechnet.
Vor allem bei Kartoffeln und Frischgemüse gibt es einen leichten Rückgang. Hier mangelte es über einen gewissen Zeitraum an Nachschub, da es sich um frische Produkte handelt.
Einen deutlichen Zugewinn am Markt für Frischwaren verbuchen Käse mit über zehn Prozent, Fleisch mit über neun Prozent und Eier mit knapp über acht Prozent. Die Nachfrage der Waren wie Frischobst stiegen mit fünf und Bio-Brot mit gerade zwei Prozent.
Die Umsatzentwicklung wurde von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelt.
Während in den letzten Jahren Bier, Schokolade und Säfte im Fokus der Juroren stand, ist es dieses Jahr der Wein. Die Biohotels vergeben dabei Punkte für den Weinanbau. Die EU-Regeln für den Herstellungsprozess sollen 2009 geregelt werden.
Bio-Weine sind besonders Geschmacksintensiv. Jeder der den Unterschied kennt, weiß ihn zu schätzen.
Die Kriterien der Biohotels für den Anbau liegt in der Natürlichkeit der Rebhänge. Im Bio-Weinbau sind künstliche Pestizide nicht erlaubt. Einzig natürliche Pflanzenschutzmittel, wie Kupfer und Schwefel, dürfen verwendet werden. Darüber hinaus haben sich die Bio – Winzer verpflichtet keinen Kunstdünger zu benutzen und zwischen die Rebreihen anderes Grün zu pflanzen. Dies schützt nicht nur vor Bodenerosion, sondern erlaubt einen Lebensbereich für die nützlichen Insekten. weiterlesen »
In der heutigen Zeit spielen Bioprodukte einer immer bedeutendere Rolle. Junge Eltern achten beispielsweise bei Einkauf auf die kleinen, grünen Biosiegel, um ihre Kinder möglichst gesund zu ernähren. Studenten stellen ihre Ernährung teilweise sogar ganz auf Bioprodukte um. Bio-Obst und Bio-Gemüse schön und gut, aber Bio-Schokolade? Schmeckt sie genauso lecker wie handelsübliche Schokolade?
Bedingt durch eine gute Zutatenauswahl und einen langen Chonchierprozess, kann bei der Herstellung von Bio-Schokolade auf den Einsatz von Emulgatoren verzichtet werden. Somit kann der Eintrag von eventuell gen manipulierten Sojabohnen ausgeschlossen werden. Der Hersteller VIVANI verwendet außerdem anstelle von Süßungsmitteln Rohrzucker, was nach eigenen Angaben auch nicht bei allen Bio-Schokoladen so angewandt wird. Durch diesen Zucker bleiben mehr Mineralstoffe in der Schokolade erhalten und der eigentliche Kakaogeschmack wird trotzdem nicht verfälscht. Für VIVANI spielt der Beitrag zum Erhalt einer nachhaltigen und gesunden Landwirtschaft in den Ländern, aus denen die Rohprodukte für ihre Bio-Schokolade exportiert werden, eine bedeutende Rolle.
Mit dem Kauf von Bio-Schokolade unterstützen sie als Konsumenten landwirtschaftliche Betriebe in Lateinamerika und Afrika. Diese erhalten mit ihrer Hilfe eine Chance weiterhin eine nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben und somit ihre Familien zu ernähren.
Sie müssen sicher tiefer in die Tasche greifen, als wenn sie Schokolade im Discounter kaufen, aber wie sie sehen: Es lohnt sich!
Das Alkohol oder besser gesagt, Ethanol, Fahrzeuge betreiben kann ist vor allem in Süd- und Lateinamerika beliebt.
Das bisherige Problem mit dem Bio – Sprit war derjenige, dass es zu einer Nahrungsmittelverknappung beziehungsweise zu einer Preissteigerung kam – und zwar weltweit. Der Frankfurter Mikrobiologe Eckhard Boles will nun Treibstoff brauen.
Das Zauberwort hierfür heißt Butanol. Dank dem Mehr an Kohlenstoffatomen lässt sich aus Butanol mehr Energie holen.
Aber die Forschung dauert noch. Es bedarf einer Hefekultur, die Zucker besser umwandeln kann, als es die heutige Hefepilz bewerkstelligt. Der Clou dabei ist jedoch, den Sprit aus pflanzlichem Abfall entstehen zu lassen. Damit hätte man das Problem mit der Welternährung, den steigenden Preisen erst einmal gelöst. Oder etwa nicht? Was wenn die Energieproduzenten das ganze Stroh aufkaufen, was machen dann die Bauern? Und was werden unsere Kühe fressen? Sicherlich kann man diesen Treibstoff auch aus anderen Abfällen gewinnen. Stroh liegt aber schon gelagert in den vielen Scheunen dieses Landes.
Letztlich bleibt dann noch die Frage, ob das nicht auch die CO2 Konzentration erhöht? Fossile Emissionen sind zwar höher, schon allein wegen der Logistik, aber ganz ohne ist auch der Bio – Sprit nicht.
Allergische Erkrankungen und Pseudoallergien nehmen seit Jahren stetig zu.
Inzwischen ist jeder Zweite von mindestens einer Allergie betroffen, Tendenz steigend!
Dabei sind besonders Nahrungsmittelallergien auf dem Vormarsch. Die Symptome sind so unterschiedlich wie die Menschen. Einer hat Durchfall, andere bekommen Ausschlag oder einen Blähbauch. Nicht immer handelt es sich dann um eine echte Allergie, doch ob Allergie oder “nur” Unverträglichkeit spielt für den Betroffenen dann kaum eine Rolle: Ihm geht es schlecht.
Macht es da für den Allergiker einen Unterschied, ob Lebensmittel ökologisch oder konventionell angebaut wird? Eine spannende Frage, der das Bundesinstitut für Risikobewertung in einem Projekt nachgegangen ist. Dabei wurde untersucht, ob die Art des Anbaus irgendeine Auswirkung auf das allergische Potential verschiedener Obst- und Gemüsesorten hat.
Ergebnis: Die Art des Anbaus spielt keine Rolle! Einzig und allein die Sorte und das Anbaujahr sind entscheidend.
Leider leider reicht es also als Allergiker nicht aus, auf Lebensmittel aus biologischem Anbau zurück zu greifen. Gesünder ist es dennoch alle mal, auch wenn es sich kaum auf die Allergie auswirkt.
Die Zahl der Bio-Landwirte und Öko-Lebensmittel-Produzenten in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen.
Insgesamt 2036 Unternehmen durften 2007 ihre Produkte mit Hinweisen auf den ökologischen Landbau versehen, wie das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg mitteilte.
Die Zahl der Bio-Bauernhöfe habe sich dabei von 1999 bis 2007 von 576 auf 1242 Betriebe mehr als verdoppelt.
Die ökologisch bewirtschaftete Ackerfläche betrage mittlerweile mehr als 69 400 Hektar. Das entspricht bei insgesamt 2,62 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche in Niedersachsen einem Anteil von 2,6 Prozent.
Auch die Zahl der Betriebe, die ökologische Produkte verarbeiten oder vermarkten, hat nach LAVES-Angaben zwischen 1999 und 2007 stark zugenommen, und zwar 321 auf 794 Unternehmen.
Vor einigen Jahren wurde noch von der großen Entdeckung geredet. Passend zum wachsenden öffentlichen Umweltbewusstsein und den beschworenen Schreckensbildern von zügig schmelzenden Polkappen erschien Biokraftstoff als sauberer Ausweg aus dem CO-2-Desaster.
Biokraftstoff sollte zum einen neue Alternativen zum schwindenen Öl als Treibstoffressource bieten, zum anderen hat Biodiesel eine bessere CO2-Bilanz in der Verbrennung als herkömmliche Kraftstoffe. Damit wäre der Nachschub an Kraftstoffen für das neue Jahrtausend gesichert gewesen und die Umwel wäre spürbar weniger belastet. So die offizielle Vision / Version der Verantwortlichen, als der Biokraftstoff zur Jahrtausendwende massiv gehyped und beworben wurde.
Die Realität zeigt auf tragische Weise, dass sich die Dinge in die völlig falsche Richtung entwickelt haben. Biokraftstoffe sind, vor allem in den USA und Mexiko, für die zunehmende Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen für Kraftstofferzeugnisse verantwortlich. Das bedeutet, wo früher eine Ressource für Brot produziert wurde, wird heute der Grundstoff für Biokraftstoff hergestellt. Dieser Umstand hat global gesehen massive Auswirkungen: In den letzten drei Jahren sind nach Angaben der Weltbank die Lebensmittelpreise um 83 Prozent gestiegen. Das liegt nicht nur am Biotreibstoff, dieser ist aber ein wichtiger Faktor in der Inflation der Preise für Grundnahrungsmittel. Als Reaktion darauf sind 33 Länder von Unruhen bedroht, in Haiti wurde sogar die Regierung gestürzt, weil hungrige Menschen rebellierten. So hat das Bemühen der westlichen Welt um Biotreibstoff den ärmeren Teil der Welt noch mehr als vorher in den Hunger getrieben.
Ich habe einen sehr interessanten Kommentar gelesen, in dem die These aufgestellt wird, zumindest in der USA sei dieser Markteffekt beabsichtigt gewesen. Die Regierenden hätten nur nicht mit einer derart globalen Reaktion gerechnet, sondern wollten durch die Konzentration auf Bio-Ethanol-Produktion die Getreidepreise nach oben treiben.
Der sogenannte Bio-Kraftstoff tut jedenfalls nichts anderes, als gegen eine wichtige Grundregel der “Bio”-Bewegung zu verstoßen: Die Nachhaltigkeit ist in einem noch nie dagewesenen Maße nicht gegeben. Wir schädigen durch die Konzentration auf das “Bio”-Produkt Autotreibstoff nur diesmal nicht die Natur, sondern in erster Linie uns selbst.
Der große “Bio”- Fluss hat seit einen Jahren einen neuen Ableger: Ökologisch verträgliche Fischprodukte und Meeresfrüchte.
Ein Artikel des SWR zitiert Andreas Lippmann von der Deutsche See Fischmanufaktur zum Thema. Danach sei “eine kontrollierte Aquakultur nach ökologischen Richtlinien” auf dem Markt immer erfolgreicher. Das war vor 2 Jahren, aktuell lässt sich beobachten, dass dieser Trend im Lebensmittelgeschäft sich verfestigt hat.
So hat der Naturland-Verband für den Ökologischen Landbau auf seiner Website einen eigenen Bereich für nachhaltige Aquakultur.
Egal, um welche Art von Meereserzeugnis es sich handelt – Lachs, Karpfen, Jakobsmuscheln oder einfach nur Fischstäbchen – folgende Richtlinien sind dem Verband sowohl bei der Fischzucht als auch bei der Verarbeitung wichtig:
- Nachhaltigkeit des Anbaus: Sowohl die Standorte für Fischzucht sollen sorgfältig ausgewählt werden, als auch einheimische Ressourcennutzer nicht verdrängt werden. (z.B. Fischer)
- Die Besatzdichten der Zuchtbecken dürfen nicht zu hoch sein und es darf keine Chemie eingesetzt werden
- Futtermittel, Medizin für die Fische und Behandlungsmethoden müssen ökologisch abbaubar sein
- Es darf nicht für die Zuchtbecken und Netzgehege zu Futterzwecken gefischt werden, das Fischmehl und -öl im Futter soll aus der Verarbeitung von Speisefischen stammen.
- Gentechnik ist tabu
- Die Weiterverarbeitung des Fisches soll nach “Ökologischen Richtlinien” erfolgen, was das genau heißt, kann man ebenfalls auf der Website des Verbandes nachlesen.
Es wird also – wie so oft, wenn sich ein “bio”-Siegel verdient werden soll – darauf geachtet, dass der Konsum der Meereserzeugnisse weder der Anbauumgebung noch dem Endkonsumenten schadet. Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, dass in Sachen biologischer Anbau verstärkt auf unsere Meere geachtet wird, schließlich ist das Meer der größte Lebensraum des Planeten!