Man kann es gar nicht oft genug wieder aufgreifen, das Thema “Siegel-Dschungel” in Deutschland. Denn welcher normale Verbraucher kennt sich denn WIRKLICH mit all diesen Zeichen und Siegeln aus, die man auf den Verpackungen der Bio-Produkte finden kann?
Bio und Öko sind europaweit geschützte Begriffe, so weit, so schön.
Wer diese Begriffe verwendet, muss mindestens den Standard einhalten, der durch das sechseckige BIO-Siegel vorgegeben ist.
Die Bio-Anbauverbände haben strengere Kriterien.
Achtung aber bei Begriffen wie „naturnah“, „kontrolliert“ oder „integriert“!
Hier war nur die Werbung am Werk und der Verbraucher wird schneller geblendet als er ahnt!
Hier nochmal die wichtigsten Siegel in aller (verständlicher) Kürze:
Das BIO-Siegel
Kaffee ist für viele Menschen entweder unersetzliches Hilfsmittel in Sachen Karriere, geliebtes Genussmittel oder beides. Der Geschmack der gerösteten Kaffebohne ist bei alten wie jungen Menschen gleichermaßen beliebt. In Deutschland findet zudem der Bio-Kaffee immer größeren Absatz. Da sieht man mal, was für ein biologisch bewusstes Land wir sind!
Warum sollte man Bio Kaffee den normalen Sorten vorziehen? Es gibt drei Argumente, die für den Bio-Kaffee sprechen.
Zum einen ist es moralischer. Gerade in der Kaffeeindustrie herrscht immer noch ein Missbrauch von Arbeitskräften. Preise werden gedrückt und Arbeiter betrogen. Da fast alle Bio-Kaffee-Produkte in die Fair Trade Kategorie fallen, leistet man ganz nebenbei seinen Beitrag zu gerechterem Handel.
Der zweite wichtige Punkt ist der Bio-Anbau von Kaffee. Bio ist hier nur, was nachhaltig und biologisch verträglich angebaut wurde, so dass das Ackerland dabei nicht zerstört wird und die Böden regelmäßig wiederbenutzt werden können. Der Natur wird außerdem möglichst wenig Schaden durch Giftstoffe und Schädlingsbekämpfungsmittel zugefügt.
Drittens steht, wie fast immer bei Bio-Produkten, die eigene Gesundheit im Vordergrund. Bio-Kaffe ist meistens von der Arabica-Sorte. Dieser Kaffee wird im Gegensatz zum normalen “Robusta” Kaffee erst ab Höhenlagen von 800 Metern angebaut. Die Höhe verfeinert das Aroma des Arabica-Kaffees, außerdem enthält dieser bei gleicher Wirkung viel weniger Koffein als die geläufigere Sorte. Große Firmen wie Starbucks verwenden übrigens nur Robusta-Kaffee, wem von deren Kaffee regelmäßig schlecht wird, der sollte mal Arabica probieren. Arabica-Kaffee wird außerdem nass aufbereitet, das ist aromaschonender und schmeckt besser. Schlussendlich ist noch zu sagen, dass wirklich hochwertiger Kaffee in der Trommel geröstet worden ist, statt industriell in fünf Minuten bei 400 Grad wird hier über 20 Minuten bei 220 Grad geröstet. Deswegen hat Bio-Kaffee auch viel weniger Bitterstoffe, was sowohl für das Aroma, als auch für die Verträglichkeit sehr gut ist.
Wenn ein Bio- Sticker auf dem Kaffee klebt, heißt das nicht, dass er alle diese Voraussetzungen auf einmal erfüllt. Fair Trade, Arabica-Sorte, Nasse Aufbereitung und Trommelröstung sind für mich jedoch Komponenten, die alle zusammen den perfekten “Bio”-Kaffee ausmachen.
In Korea wird Bambus auch “grünes Gold” genannt und gehört zu den Grundnahrungsmitteln- auch bei den Getränken.
Bei uns spricht sich erst jetzt herum, dass Bambus auch als Tee genossen werden kann.
Bambusgewächse zählen mit über 100 Arten zur Familie der Süßgräser. Sie spielen in ganz Asien, besonders aber in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine große Rolle.
Bambus enthält vor allem Kohlenhydrate, Ballaststoffe Proteine sowie Fette und ist gleichzeitig Lieferant für Mineralstoffe und Vitamine.
Die Verwendung als Lebensmittel und Heilmittel von Bambusblättern ist bis ins Altertum dokumentiert.
Vom Geschmack her erinnert Bambus an einen hochwertigen, grünen Tee und kann ebenso wie dieser 2-3 Mal aufgegossen werden. Das Aroma ist unbeschwert frisch, mit leicht süßlichem Kastanien-Charakter.
Verwenden Sie hierfür 80-90°C heißes, keinesfalls kochendes Wasser.
Für den Bambusblätter-Tee werden nur ganz junge Blätter verwendet die nur 5 Wochen im Jahr geerntet werden können (April und Mai). Am gleichen Tag noch werden die von Hand gepflückten Blätter weiterverarbeitet. Die Blätter werden gereinigt und mit Wasserdampf geschmeidig gemacht. Der sich anschließende schonende Röst- und Trocknungsprozess macht den Tee so aromatisch.
Der Bambusblätter-Tee ist seit 2004 in Europa erhältlich, in Deutschland ist er bislang jedoch
nur selten zu finden.
Im Gegensatz zu Grünem Tee ist Bambus vollkommen tein- und somit auch koffeinfrei.
Von daher bietet er Menschen, die gerne grünen Tee trinken, diesen jedoch wegen seines Teins in den späten Nachmittagstunden meiden, eine gute Alternative.
Außerdem wirkt dieser Tee entschlackend und stoffwechselanregend. Der Tee ist in seiner asiatischen Heimat seit Jahrhunderten bekannt und gilt dort als vielseitiger Helfer und Durstlöscher. Er soll bei der Reduzierung des Körperfetts helfen, hohen Cholesterinwerten und sich wohltuend bei Verdauungsproblemen,Stress und Erschöpfung auswirken.
Bezugsquellen in Deutschland kann man über das Internet ausfindig machen, unter anderem erhält man den Tee bei Comet-TCM.
Der Bio-Trend erreicht endlich auch die Automobil-Industrie.
Gemeinsam mit BMW und dem Forschungsunternehmen Novamont will der Reifenhersteller einen Bio-Füllstoff kreieren.
Für die Entwicklung eines solchen umweltfreundlichen Pkw-Reifens aus erneuerbaren Ressourcen hat die Firma Goodyear
einen finanziellen Zuschuss des EU erhalten.
Bislang bestehen die meisten Pneus überwiegend aus Ruß und Silica, deren Herstellung aus nichterneuerbaren Rohstoffen unter anderem Rohöl erfordert und deutliche CO2-Emissionen verursacht.
Der neue Füllstoff soll zumindest teilweise aus nachwachsenden Materialien wie zum Beispiel Getreidestärke produziert werden. Immerhin- besser teilweise, als gar nicht.
Gleichzeitig soll bei dem neuen Pneu die Verringerung des Rollwiderstandes um bis zu 30 Prozent zu entsprechend niedrigeren CO2-Emissionen der damit ausgerüsteten Pkw führen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, die Umwelt freuts.
Klar, bei „bio“ denkt man zuerst ans Essen. Der Boom des Attributes Bio hat uns ja auch vor allem über Lebensmittel erreicht.
Biologisch verträglicher Anbau ist jedoch ein Markenzeichen, welches nicht nur bei Genussmitteln immer wichtiger wird. Auch in der Textilbranche zeichnet sich ein lobenswerter Trend in Richtung „Bio-Kleidung“ ab.
So wird erstens darauf geachtet, ob die Tiere, von denen die verarbeitete Wolle stammt, artgerecht gehalten wurden. Ob das Tier jetzt Fleisch oder Wolle liefert, der moralische Aspekt der bio- Produkte verlangt natürlich auch bei Kleidern, dass den edlen Spendern das Leben so bequem wie möglich gemacht wird.
Zweitens ist ein Kleidungsstück aus biologisch verträglichem Anbau frei von Giften und künstlichen Färbemitteln. Diese Regelung wiederum ist gesund für den Menschen: Sowohl für die Arbeiter, die sich mit den giftigen Mitteln die Lunge verpesten, als auch für den Kunden selbst: Dieser hat die Gewissheit, dass seine Kleidung unter Voraussetzungen angefertigt wurde, die so natürlich wie möglich sind.
Dass keine künstlichen Fasern verwendet werden, versteht sich ja von selbst: Egal ob vom Tier oder vom Baum – die verwendete Faser ist zu 100 Prozent natürlich! Außerdem muss der Anbau ohne Pestizidbehandlung erfolgt sein.
Dabei ist die „Bio- Kleidung“ nicht zu verwechseln mit dem schon einige Zeit zurückliegenden Trend der Hanf- Kleider, welche irgendwie immer an Jutesäcke erinnerten und nicht wirklich kleidsam waren. Ein Bio- Kleidungsstück unterscheidet sich äußerlich nicht von seinem ungesunden Pendant, und so muss man auch nicht befürchten, beim Tragen als Hippie gebrandmarkt zu werden.
Im Gegenteil: Biologisch verträgliche Kleidung ist ein Schritt in die richtige Richtung, der dabei auch noch gut aussieht und nur unwesentlich mehr kostet. Eine rundum gute Sache also!
Wenn ich einkaufen gehe, halte ich meistens immer nach dem Öko-Test-Aufdruck Ausschau. Es könnte ja sein, dass nicht immer Bio drin ist, wo das Bio-Siegel drauf steht.
Wie zum Beispiel bei der Bionade, die kürzlich bei Öko-Test durchgefallen ist und ein No-Name-Produkt aus dem Discounter viel besser bewertet wurde. Wie das, obwohl doch gerade Bionade das Bio-Erfrischungsgetränk schlechthin ist und auch das Bio-Siegel trägt? Also habe ich mich mal ein bisschen bei Öko-Test schlau gemacht….
Die Zeitschrift Öko-Test Magazin gibt es seit April 1985. Mittlerweile mit einer Auflage von über 180.000 Exemplaren und fast 2,11 Mio Lesern. Weiter erscheinen monatlich das Öko-Test Kompakt, mehrmals jährlich die Öko-Test Ratgeber sowie die Öko-Test Jahrbücher. Öko-Test ist mittlerweile das Verbrauchermagazin zu ökologischen Themen. Dabei testet Ökos-Test alles mögliche an Lebens- und Verbrauchsmitteln, sogar Finanzdienstleistungen und beschränkt sich nicht auf die Bio- oder Öko-Produkte.
In strengen Testverfahren wird jedes Produkt auf seine Inhaltsstoffe analysiert und heraus kristallisiert, welche davon bedenklich oder gesundheitsschädlich sind; des weiteren wird untersucht, ob die Produkte die Versprechen der Hersteller einhalten oder nicht sogar zu entgegengesetzter Wirkung führen, wie z.B. Anti-Faltencremes, die Falten verursachen. Die Testverfahren sind die aufwendigsten und modernsten. Deswegen hat Öko-Test auch nur einen von über 100 Prozessen verloren, in denen gegen die Messmethoden und Untersuchungsergebnisse geklagt wurden.
Nicht hauptsächlich, aber vor allem im Gegensatz zu Stiftung Warentest spielt auch die Umweltverträglichkeit der Produkte und eine nachhaltige, sowie sozialverträgliche Herstellung eine Rolle. Öko-Test möchte sich nach eigenen Angaben nicht als Miesepeter darstellen und vor allem schlechte Nachrichten verbreiten, sondern eher die guten Alternativen aufzeigen, die es zu jedem Produkt gibt – und das sind meistens, aber auch nicht immer, die ökologischen Produkte. Ganz oft ist es auch sehr überraschend, wie viele der No-Names den strengen Kriterien gerecht werden und ein “sehr gut” erhalten, teure Lifestyle- und Markenprodukte dagegen ein “ungenügend”.
Das Öko-Bewusstsein weiter zu tragen, liegt im Interesse von Öko-Test; aber seine Stärke sind mit Sicherheit die an hoher Objektivität grenzenden Testverfahren. Ein Blick ins Heft lohnt – allein schon wegen der Hintergrundinformationen zu Zusatzstoffen etc.
Das Öko-Test-Siegel ist für mich jeden Falls ein weiteres Garant für Produktqualität, etwas, worauf ich mich verlassen kann - wenn es mal wieder schnell gehen muss im Supermarkt….
Ein Phänomen einer Gesellschaft im Wohlstand ist die Entscheidungsfreiheit beim Einkauf von Lebensmitteln. Auch ich griff bereits oftmals zu Bio-Produkten, da der Siegeszug dieser Artikel auch die Discount-Supermärkte und somit unweigerlich meinen “Stammladen” erreicht hat. Erschienen mir die spezialisierten Händler lange Zeit als Kuriosität, so konnte ich die zunehmende Beliebtheit der Öko-Waren nicht länger ignorieren. Probieren kann man es ja einmal.
Um aber vollständig ehrlich zu bleiben, kann ich nicht von der Hand weisen, dass viele der Bio-Produkte in den Supermärkten von deren eigenen Marken stammen. Dass diese offenbar nur zu diesem Zweck geschaffen wurden, ist nur einer der Gründe für mein Misstrauen.
Ich frage mich, ob die generell erhältlichen Waren denn so schlecht sein können. Schließlich hat mich meine eigene Mutter auch nicht mit Bio-Speisen versorgt, was mir, so hoffe ich, nicht erheblich geschadet hat. Dass Kunden in einigen Fällen bereit sind, für eine angeblich ökologisch verträglichere Variante des mehr oder weniger gleichen Artikels ein Vielfaches des normalen Preises zu bezahlen, erstaunt mich doch zutiefst.
Dieser Umstand wirft bei mir die Frage auf, ob es uns denn wirklich so schlecht gehen kann. Offenbar besteht ein gigantischer Markt für Menschen, die sich den Luxus leisten möchten, genau zu bestimmen, was sie essen. Der Glaube an die Ehrlichkeit der Industrie überrascht mich dabei in gleicher Weise. Vielleicht bin ich ja von Experten der Lebensmitteltechnologie umgeben. Ich bleibe aber trotzdem lieber bei den Rezepten von Mama.
Tiefgekühlt oder verzehrfertig, Pizzen oder Dosensuppen: was bei den konventionellen Lebensmitteln längst gang und gebe ist, zieht nun auch immer mehr in die Regale der Bio-Läden und Supermärkte. Aber welchen Sinn haben Convenience Produkte im Bio-Bereich?
Für die schnelle Bio-Küche gib es inzwischen so gut wie alles, was auch im konventionellen Handel in diesem Bereich zu haben ist. Convenience, das heißt so viel wie bequem oder komfortabel und steht für Produkte, die in irgendeiner Form vorbereitet sind. Sei es der Salat, der schon gewaschen und zerkleinert ist und nur noch mit Dressing übergossen werden muss; das Gemüse, das bereits blanchiert und in wenigen Minuten gar ist oder die Suppe in der Tüte oder Dose, die man nur noch erhitzen muss.
Einer Studie der Agrarorganisation CMA zufolge wächst die Nachfrage nach schnellen, unkomplizierten Mahlzeiten stetig – auch nach Produkten in Öko-Qualität. Besonders der ökobewußte Single, der nicht kompliziert große Mahlzeiten kochen will und die beruftätigen Eltern, die schnell aber doch gesund für ihre Kinder kochen wollen, treiben diesen Trend voran.
Das Besondere an Bio-Convenience soll zum einen die kontrolliert biologische Herkunft der Grundstoffe wie Mehl, Zucker, Gemüse, Obst, Fleisch, Kräuter oder Gewürze sein, zum anderen der Verzicht von den meisten Zusatzstoffen, wie Aromen, Geschmacksverstärker, Süß- und Konservierungsstoffe.
Klingt doch eigenlicht super, nur: schmeckt es auch? Und: wird dadurch nicht die Idee der nachhhaltigen und ökologisch bewußten Ernährung konterkariert, wenn es doch wieder nur darum geht, möglichst schnell etwas industriell Produziertes in sich reinzuschaufeln? Teuer sind die Produkte meistens auch – und bringen viel Müll mit sich….
Aber ich muss zugeben: es ist einfach zu verlockend, sich eine Bio-Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben als kompliziert zu kochen, gerade bei Stress und Zeitmangel. Ist erst das Angebot da, greift man wohl doch eher zu – außer man gehört zur Öko-Fundi-Szene. Die vorgefertigten Produkte machen den Weg schwer hin zum kritischen Konsumenten. Aber naja: wenig verarbeitetes Tiefkühlgemüse, das quasi gleich nach der Ernte schockgefrostet wird, soll zumindest etwas mehr Vitamine enthalten als Gemüse, das auf dem Markt gekauft wird und noch ein paar Tage liegt. Ein kleiner Trost.
Das Bio-Siegel soll den Verbraucher in Sicherheit wiegen, Lebensmittel ohne Zusätze wie beispielsweise Stabilisatoren, Farbstoffe, künstliche Mittel zur Geschmacksverstärkung, künstliche Aromen oder künstlich hergestellt Süßstoffe zu erwerben.
Die Tiere dürfen nicht mit Antibiotika oder Leistungs- und Wachstumshormonen gefüttert werden. Stickstoffhaltige Dünger und Pestizide sind ebenfalls verboten. Momentan ist es noch nicht gestattet, die Bio-Lebensmittel mit Strahlen zu behandeln oder gentechnisch zu manipulieren. Ab dem Jahr 2009 wird Bio-Bauern aber genehmigt, 0,9 Prozent der Lebensmittel mit gentechnisch manipulierten Zutaten ,,aufwerten“ zu dürfen. Auch wenn dies nur ein kleiner Anteil ist – meiner Meinung nach kann man dann schon nicht mehr von ,,Bio“ sprechen. Über die Auswirkungen genmanipulierter Lebensmittel streiten sich die Wissenschaftler noch immer und der Verzehr dieser Lebensmittel wird wohl dem Zweck einer flächendeckenden Studie dienen.
Seit zirka 10 Jahren sind die Bezeichnungen, „Öko“, „Bio“ oder „biologisch/ökologisch“ vom Gesetz her geschützt. Diese Lebensmittel dürfen auch als „organisch-biologisch“ oder „aus kontrolliertem biologischen Anbau“ bezeichnet werden. Viele Lebensmittelhersteller verwenden ähnlich Bezeichnungen, um dem Verbraucher ein Bio-Produkt vorzutäuschen. Begriffe wie „aus integrierter Landwirtschaft“, „aus umweltschonendem Anbau“, „Eier aus Freilandhaltung“ oder „aus Bodenhaltung“, stehen nicht für ein Bio-Produkt! Nur das Vorhandensein des EU-Biosiegels auf einem Lebensmittel bestätigt, dass es sich um ein Bio-Produkt handelt. Bio-Siegel geben allerdings nur Auskunft über Beschaffenheit der Lebensmittel, nicht über die Länge des Transportweges!
Baumwolle, Jute, Bambusfasern, Kork und sogar Hanf gehören zu den Fasern, die den neuen Öko-Trend im Kleiderschrank ausmachen. Vor allem aber Baumwolle, die fast 50 % aller getragenen Fasern der Welt ausmacht.
Ökologisch korrekt angebaute Baumwolle favorisieren immer mehr Käufer. Denn mit Pestiziden und Insektiziden bearbeitete Baumwollfelder können die Fasern so intensiv vergiften, dass Rückstände in der Kleidung bleiben und diese schließlich Allergien auf der Haut auslösen können. Aber nicht nur der biologische Anbau, vor allem auch die fairen Arbeitsbedingungen sind es, die durch den Kauf von “ethisch korrekter” Kleidung ermöglicht werden sollen. Erinnert man sich noch an die vielen “Sweat-Shop” Skandale großer Firmen wie Nike oder H&M Ende der 90er Jahre, sieht es heute fast so aus, als wären diese urplötzlich von der Welt verschwunden. Immer mehr Unternehmen achten darauf, den Trend zu “öko” und “ethisch korrekt” nicht zu verpassen, um vor allem ihr Image per Eigendarstellung zu verbessern.
Öko-Mode in diesem nachhaltigen Sinn hat es sicherlich schon in den 70er Jahren gegeben, aber ausgelatschte Birkenstock-Sandalen und unförmige Kratzpullis sind heute längst von der Bildfläche verschwunden. Öko-Klamotten sind stylish, folgen den aktuellen Design-Trends, sind bunt gefärbt und mit Applikationen versehen – jeder soll schließlich angesprochen werden. Und die wachsende Nachfrage (vor allem in Hollywood) zeigt, dass es zum guten Stil gehört, sich ökologisch korrekt zu kleiden. Aber biologisch angebaute Naturfasern – dann doch gefärbt? Und wer garantiert eigentlich angesichts der globalisierten Produktionsformen, welcher Zulieferer wirklich auf Kinderarbeit verzichtet und angemessene Löhne zahlt? Ein Bio-T-Shirt bei H&M für 9,90 € bestimmt nicht. Und wer als Verbraucher da nicht kritisch ist, will womöglich nur auf ziemlich günstige Weise sein schlechtes Gewissen beruhigen – aber wirklich „ethisch korrekt“ ist das nicht gerade.
Was verbirgt sich also hinter dieser Öko-Mode? Es gibt bereits einige Textilsiegel, die man als Standard bezeichnen könnte. Das bekannteste ist der “Öko Tex Standard 100″. Dieser prüft jedoch nur die Qualität der Endprodukte, sagt also nichts über die Produktionsbedingungen aus und wird auch nicht von Greenpeace empfohlen. Ein anderes Siegel, das umweltschonende und sozialverträgliche Bedingungen prüft, ist “Naturtextil ‘Better’ und ‘Best’ “.
Die Kriterien zur Vergabe eines Siegels sind jedoch sehr uneinheitlich. Ein Siegel allein rechtfertigt noch lange kein 100prozentiges Vertrauen. Man sollte sich also lieber nicht darauf verlassen, dass die Hersteller und Anbieter immer das Interesse der Verbraucher im Auge haben, sondern in erster Linie die Umsatzzahlen ihres Unternehmens. Wer ganz sicher gehen will, dass es sich auch wirklich um Nachhaltigkeit und nicht um einen Modegag handelt, sollte sich einen Hersteller und seine Philosophie genau ansehen: