Im Internet kann man glücklicherweise viele Tipps finden, um Kosmetik selbst herzustellen. So kann man wenigstens sicher sein, dass sie garantiert “Bio” ist.
Selbstgemachtes Sahnebad:
Das Öl in die Sahne geben und kurz umrühren.
Mit dem Badezusatz zu einer homogenen Masse rühren. Der Badezusatz kann auch weggelassen werden. Dann verbinden sich Öl und Sahne aber nicht so gut und es muss sehr kräftig gerührt werden. Alternativ kann auch Milch als Emulgator benutzt werden, allerdings verbindet sich die Masse dann weniger gut als mit Badezusatz. Das ätherische Öl kann nach Belieben hinzugefügt werden, muss aber nicht.
Sahne und Öl pflegen die Haut und machen sie geschmeidig.
Je nach Hauttyp erübrigt sich sogar das Eincremen nach dem Bad.
Die ätherischen Öle können medizinische oder einfach angenehme, entspannende Wirkungen haben. Aber Vorsicht, zuviel Öl oder aber ein unverträgliches kann zu Reizungen führen!
Als Abwandlung kann man statt Sahne auch nur Milch nehmen (dann etwa 100 ml) und statt Öl auch mal einen EL Honig.
Rückfettendes Schaumbad
Betain, Zetesol, Fluid Lecitin CM, Weizenprotein/Nuratin P und Öl gut mischen und mit Wasser aufgießen. Das Zitronensaftkonzentrat oder Kalweg, falls der Ph-Wert über 5 ist, weil ansonsten das Rewoderm nicht richtig andickt. Rewoderm unter Rühren langsam hinzufügen, damit es nicht klumpt.
Die ätherischen Öle erst ganz am Ende kurz vor dem Abfüllen hinzugeben, damit sie sich nicht verflüchtigen. Je nach Öl erhält man ein Entspannungsbad (z.B. Lavendel, Bergamotte), Erkältungsbad (z.B. Eukalyptus, Rosmarin, Salbei, Kiefernadel usw.), ein belebendes Bad (Rosmarin, Thymian – sehr sparsam!!), oder eins, das einfach nur gut riecht (Geranie bringt den Frühling ins Bad).
Man kann Wasser und Rewoderm auch weglassen, und statt des Rewoderm noch 25 g Betain (also insgesamt 50 ml) zugeben und das Schaumbad entsprechend sparsam dosieren. Allerdings ist der Badezusatz dadurch wesentlich dünner. Am Besten in eine Spritzflasche geben.
Wegen des Zetesols kann man den Badezusatz auch mit Salz andicken. Dazu Rewoderm weglassen und eine Prise Salz hinzufügen. Etwas warten, bis die Masse andickt. Aber Vorsicht! Nicht zu viel Salz nehmen, da der Badezusatz sonst schnittfest wird.
Guarkernmehl eignet sich ebenfalls als Verdicker. Wer auf Rewoderm verzichten möchte, stellt mit dem Wasser und ca. 4-5 g Guarkernmehl ein Gel her und fügt dieses der fertigen Mischung aus Tensiden etc. hinzu. Am Besten das Guarkernmehl langsam unter kräftigen Rühren (am Besten mit Mixer) in das Wasser einstreuen, damit es nicht klumpt.
Wenn man die Grundmischung hergestellt hat, kann man diese sehr gut in mehrere kleine Fläschchen umfüllen und mit Ölmischungen experimentieren. Mehr als 10-20 Tropfen je 100 ml sollten es aber nicht sein. So kann man seine Lieblingsmischung finden. Nicht vergessen, die Zutaten aufzuschreiben!
Für Kinder unter sechs Jahren sind folgende ätherischen Öle nicht geeignet: Kampher, Pfefferminze (zum Baden wegen des starken Kühleffekts auch für Erwachsene nicht geeignet), Ackerminze (japanisches Heilpflanzenöl), Eukalyptus und Thymianöl. Gut geeignet sind dagegen Lavendel und Geranie.
Grad als Frau ist es einem ja doch schon wichtig, bestmöglich auszusehen. Vorbei die Zeiten der “Öko-Tussis” und “Bio-Tanten”, heute sieht man in der Regel niemandem mehr an, ob er Bio-Fan ist oder nicht. Als Fan von Bio-Produkten kommt man aber irgendwann natürlich auch nicht mehr an der boomenden Bio-Kosmetik vorbei.
Immer mehr solche Produkte kommen auf den Markt, nicht wenige davon verschwinden nach kürzester Zeit wieder, weil sie entweder zu teuer, zu unbeliebt oder schlicht zu ungesund sind. Bio und ungesund, passt das?
Da muss man natürlich erstmal differenzieren. Idealerweise sollte die sogenannte Bio-Kosmetik natürlich schonend für Mensch UND Umwelt sein. Also nicht nur aus biologischen Produkten hergestellt sein, sondern auch unter ökologisch sinnvollen Verhältnissen und unter Ausschluss von Tierversuchen.
Leider ist das aber nicht Standard. So gibt es zahlreiche Produkte, die zwar aus Produkten des biologischen Anbaus hergestellt sind, deren Produktion jedoch alles andere als umweltschonend ist. Dann gibt es noch die Produkte, die sehr umweltschonend hergestellt und vertrieben werden, aber nicht grade aus rein biologischen Produkten bestehen. Wir wissen ja mittlerweile, nicht alles, wo “Bio” drauf steht, ist auch zwingend “Bio”.
Selbst, wenn wir vom Idealfall, also einem Produkt mit rein biologischem Inhalt und idealen Herstellungsbedingungen, ausgehen, heisst dies nicht automatisch, dass es vom Verbraucher nun auch gut vertragen wird.
Allergien und Unverträglichkeiten treten schließlich nicht nur bei industriell bearbeiteten Produkten auf, sondern häufig bei reinen Naturprodukten, besonders häufig leider auch noch bei so beliebten Zutaten wie Kamille oder Arnika. Ich selbst bin beispielsweise hochallergisch auf Zimt, egal, ob behandelt oder unbehandelt. Schlecht, wenn man mal bedenkt, wieviele Öko- und Bioprodukte Zimt beinhalten :-/. Auch auf Arnika reagiere ich höchst unangenehm und da bin ich wie gesagt keine Seltenheit.
Das Paradoxe ist, dass solche Unverträglichkeiten und Allergien bei synthetisch hergestellten Kosmetika oft ausgeschlossen werden können, auch wenn viele Hardcore-Ökos, vor allem natürlich die Verkäufer von Naturkosmetik, das gerne und heftig abstreiten. Fakt ist dennoch: Viele dieser Nicht-Bio-Kosmetika sind für Allergiker besser verträglich als reine Naturkosmetik.
Ob man das nun mit dem Gewissen vereinbaren kann, muss jeder selbst entscheiden.
Oder sich durch die komplette Bio-Palette durchprobieren (was allerdings weder dem Geldbeutel noch der Haut gut tun dürfte).
Oder, dritte Variante: selbst zum Kosmetik-Produzenten werden. Und damit genauen Überblick darüber haben, was in welcher Form verwendet wird und was keinesfalls in das Produkt darf. Das klingt schwieriger, als es ist!
Zum Glück gibt es ja noch viele viele Tipps und Tricks aus Großmutters Zeiten, in denen man das Meiste noch selbst hergestellt hat