Absolut Bio

Erfahren, was wirklich BIO ist
 


Es mag ja sein: Bio boomt und längst ist auch schon mal das ein oder andere Bio-Produkt im Einkaufswagen - weil es gerade so nett aussah, oder weil man das Gewissen beruhigen wollte. Aber wirklich und konsequent auf eine bewußte Ernährung zu achten und einen ökologisch gerechten und nachhaltigen Lebensstil zu führen, ist gar nicht so einfach.

Denn nur im Supermarkt nach dem Bio-Siegel Ausschau zu halten, reicht dazu nicht aus. Es gibt viele unterschiedliche Wege, ein bewußteres Leben zu führen. Man fängt an, die eigenen Bedürfnisse zu hinterfragen und grübelt zum Beispiel darüber nach, wie die Menschen früher eigentlich ohne Dauerstrom und Dauerheizung ausgekommen sind. Oder wie ein Leben jenseits der hektischen Wohlstandszivilisation auch aussehen könnte.

Die Entscheidung liegt natürlich bei jedem einzelnen, aber die Entwicklung geht hin zum kritischen Konsumenten und zum bewußten Verbraucher, der sich nichts von Werbung und Industrie vormachen lassen will.

Ganz einfach anfangen kann man natürlich bei der Ernährung. Wer noch eine Bewußtseinsänderung braucht:


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Baumwolle, Jute, Bambusfasern, Kork und sogar Hanf gehören zu den Fasern, die den neuen Öko-Trend im Kleiderschrank ausmachen. Vor allem aber Baumwolle, die fast 50 % aller getragenen Fasern der Welt ausmacht.

Organic Fashion © Chris and Kris / flickr

Ökologisch korrekt angebaute Baumwolle favorisieren immer mehr Käufer. Denn mit Pestiziden und Insektiziden bearbeitete Baumwollfelder können die Fasern so intensiv vergiften, dass Rückstände in der Kleidung bleiben und diese schließlich Allergien auf der Haut auslösen können. Aber nicht nur der biologische Anbau, vor allem auch die fairen Arbeitsbedingungen sind es, die durch den Kauf von “ethisch korrekter” Kleidung ermöglicht werden sollen. Erinnert man sich noch an die vielen “Sweat-Shop” Skandale großer Firmen wie Nike oder H&M Ende der 90er Jahre, sieht es heute fast so aus, als wären diese urplötzlich von der Welt verschwunden. Immer mehr Unternehmen achten darauf, den Trend zu “öko” und “ethisch korrekt” nicht zu verpassen, um vor allem ihr Image per Eigendarstellung zu verbessern.

Öko-Mode in diesem nachhaltigen Sinn hat es sicherlich schon in den 70er Jahren gegeben, aber ausgelatschte Birkenstock-Sandalen und unförmige Kratzpullis sind heute längst von der Bildfläche verschwunden. Öko-Klamotten sind stylish, folgen den aktuellen Design-Trends, sind bunt gefärbt und mit Applikationen versehen – jeder soll schließlich angesprochen werden. Und die wachsende Nachfrage (vor allem in Hollywood) zeigt, dass es zum guten Stil gehört, sich ökologisch korrekt zu kleiden. Aber biologisch angebaute Naturfasern – dann doch gefärbt? Und wer garantiert eigentlich angesichts der globalisierten Produktionsformen, welcher Zulieferer wirklich auf Kinderarbeit verzichtet und angemessene Löhne zahlt? Ein Bio-T-Shirt bei H&M für 9,90 € bestimmt nicht. Und wer als Verbraucher da nicht kritisch ist, will womöglich nur auf ziemlich günstige Weise sein schlechtes Gewissen beruhigen – aber wirklich „ethisch korrekt“ ist das nicht gerade.

Baumwolle  © BaLLoOon/ flickr

Was verbirgt sich also hinter dieser Öko-Mode? Es gibt bereits einige Textilsiegel, die man als Standard bezeichnen könnte. Das bekannteste ist der “Öko Tex Standard 100″. Dieser prüft jedoch nur die Qualität der Endprodukte, sagt also nichts über die Produktionsbedingungen aus und wird auch nicht von Greenpeace empfohlen. Ein anderes Siegel, das umweltschonende und sozialverträgliche Bedingungen prüft, ist “Naturtextil ‘Better’ und ‘Best’ “.

Die Kriterien zur Vergabe eines Siegels sind jedoch sehr uneinheitlich. Ein Siegel allein rechtfertigt noch lange kein 100prozentiges Vertrauen. Man sollte sich also lieber nicht darauf verlassen, dass die Hersteller und Anbieter immer das Interesse der Verbraucher im Auge haben, sondern in erster Linie die Umsatzzahlen ihres Unternehmens. Wer ganz sicher gehen will, dass es sich auch wirklich um Nachhaltigkeit und nicht um einen Modegag handelt, sollte sich einen Hersteller und seine Philosophie genau ansehen:


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Man mag hin und her überlegen, dem Bio-Boom skeptisch gegenüber stehen oder über Skandale in der Biobranche grübeln, aber eines steht fest: Zu ökologischen Lebensmitteln gibt es einfach keine Alternative. Und dies sind die Gründe dafür, warum das so ist:

Rapsfeld im Sommer©Dirk Schmidt/PIXELIO

  • Weil auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichtet wird, benötigen Öko-Bauern nur ein Drittel der Energie, die ein konventioneller Betrieb benötigt. So wird die Natur und das Klima geschützt.
  • Mehr Gemüse ist nicht nur für die Gesundheit gut, auch der Anbau von Gemüse verursacht längst nicht soviel Kohlenstoffdioxid-Ausstoß wie die Tierhaltung: Pro Kilo Rindfleisch werden 6,5 Kilo CO2 freigesetzt, für Obst nur ein halbes Kilo, pro Kilo Gemüse nur durchschnittlich 150 Gramm.
  • Der Import von Lebensmitteln per Flugzeug schadet dem Klima 80-mal mehr als per Schiff oder 300-mal mehr als die heimische Erzeugung. Gemüse und Obst, aber zum Beispiel auch Mineralwasser aus der Region lautet die Devise für nachhaltigen Konsum.
  • Frische Lebensmittel haben weniger schädlichen Einfluss auf das Klima als Tiefkühlkost - obwohl es die inzwischen auch in reichlicher Bio-Qualität gibt. Trotzdem: Sechs Kilogramm CO2 werden pro Kilo Tiefkühlmahlzeit verpulvert, dazu kommt die Energie, die für die Kühlgeräte im Supermarkt und zu Hause verschwendet wird.
  • Es gibt immer mehr Studien, die gesundheitliche Vorteile der Bio-Kost gegenüber konventionell erzeugten Lebensmitteln belegen. (Quelle: Ökotest 07/2007)

Biologisch angebaute Lebensmittel haben also nicht nur für den Einzelnen Vorteile. Die umweltgerechte Wirtschaftsweise und der die Natur achtende Anbau bringen ein enormes Plus für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen der Erde.

Kaninchen mit Möhre © jaimuima/ flickr

Also: auf Bio umsteigen! Dass Bio besser schmeckt und in Tests bevorzugt wird, davon wird man sich schnell überzeugen können. Sogar Kaninchen mümmeln lieber Bio-Möhren…


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Gemüsefeld

Kann man den wirklich noch von einem Bio-Produkt sprechen, wenn das Lebensmittel gentechnisch manipuliert wurde? Wohl kaum… Bio-Produkte zeichnen sich gerade dadurch aus, dass das Lebensmittel so natürlich wie möglich auf den Markt kommt. Auf Pestizide und chemisch hergestellte Düngemittel wird verzichtet und Tiere, welche für den Verzehr bestimmt sind, bekommen nur gesundes Futter.

Im Jahr 2009 ist es dann ganz legal, dass ein Anteil von 0,9 Prozent an gentechnisch veränderten Zusätzen in Bio-Produkten sein darf. Bleibt nur zu hoffen, dass für diese “Bio-Produkte” dann auch eine Deklarationspflicht besteht. Gentechnik und „Bio“ passen einfach nicht zusammen, denn es handelt sich bei der Genmanipulation immerhin um einen künstlichen Eingriff in die Natur. Die Gentechnik ist auch noch nicht genügend erforscht. Kein Wissenschaftler kann wirklich voraussagen, welche Folgen der Verzehr von genmanipulierten Lebensmitteln mit sich bringt. Genmanipulierte Pflanzen bergen auch ein Risiko für natürliche Pflanzen. Durch Wind werden Samen weiter getragen und unbemerkt findet eine Kreuzung mit natürlichen Pflanzen statt. Verbraucher sind der Meinung ein natürliches Lebensmittel zu erwerben, und erhalten unwissentlich ein genmanipuliertes Gemüse.

In Deutschland und Österreich sind die meisten Menschen gegen genmanipulierte Lebensmittel. Sie haben auch Angst, dass genmanipulierte Lebensmittel durch irgendwelche gesetzlichen Hintertürchen an der Deklarationspflicht vorbeikommen. Um sich gegen genmanipulierte Lebensmittel zu wehren, hilft nur eins: Wenn niemand mehr Produkte kauft, die als gentechnisch behandelt deklariert sind, werden sie ganz schnell wieder aus den Märkten verschwinden!


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Obwohl das Wachstum auf dem Biomarkt nicht anhält, lassen sich doch neue Trends in den Ess- und Konsumgewohnheiten so mancher Kunden ablesen: Das, was wirklich “bio” ist, stammt vom Bauern nebenan.

Regionale Produkte werden immer beliebter. Ob Obst, Gemüse oder Fleisch: sogar Spitzen-Köche lassen sich schon lange von ausgesuchten Bauernhöfen ihres Vertrauens beliefern und setzen traditionelle und urwüchsige Speisen auf ihre Karte. Und dies nicht nur, aufgeschreckt von diversen Lebensmittelskandalen, die auch die nachhaltige Produktion betreffen. Nein, man sehnt sich quasi nach der Rückkehr zu defigen Eintöpfen und Hausmacherwurst à la Großmutter. Und ganz nebenbei Tomaten, die erst aus Spanien angeflogen werden müssen, können ja auch nicht mehr ganz bio sein.

Regionaler MarktDas, was Kunden wünschen, ist nicht mehr nur der ökologische Anbau, sondern auch die Direktvermarktung der Produkte. Nicht klimaschädigend, sondern mit kurzen Transportwegen - das sind die Vorteile des Biobauerns aus der Region.

Dies haben auch schon die Supermarktketten erkannt und wollen gebührend darauf reagieren. Edeka z.B. möchte jetzt mit lokalen Erzeugern zusammenarbeiten und unter der Marke “Unsere Heimat - echt & gut” ein Produktsegment anbieten, das nur Produkte aus regionaler Herstellung beinhaltet. Sogar mit mehr Qualität und Garantie als die mit dem herkömmlichen Bio-Siegel ausgestatteten Produkte. Das kostet natürlich dem Verbraucher dementsprechend auch mehr Geld. Und auch ein weiteres Problem stellt sich den Ketten, wenn die Nachfrage nach regionalen Produkten weiter anhält: Die großen Mengen können kleine Bauernhöfe, die umweltgerecht produzieren, auf lange Sicht natürlich nicht liefern - sonst hätten wir schließlich nie Probleme mit unseren Ernährungsgewohnheiten und der Lebensmittelherstellung gehabt: Erst die Entwicklung hin zur Massenware bringt die schlechtere Qualität und den Rückgriff auf industrielle Produktionmaßnahmen mit sich.

Inhalt einer Biokiste

Was also tun? Lassen wir die Supermärkte doch einfach mal außen vor - und bestellen direkt beim Hof nebenan oder vor den Stadttoren. Immer beliebter wird die sogenannte “Biokiste”. Einmal pro Woche stellt der Bauernhof der Wahl eine Kiste mit saisonalem Obst und Gemüse aus seinem Anbau zusammen und liefert sie direkt nach Hause. So entfällt lästiges Einkaufen und mühseliges Auswählen, es ist immer frisches Obst und Gemüse im Kühlschrank und - die Biokiste lädt ein, gesund zu kochen. Einfach einen Bauernhof in der Nähe suchen und ausprobieren!


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Bio Gemüse

Die Rechnung ist einfach: “Bio” gleich “gesund”, so lautet die einhellige Meinung, doch auch bei Äpfeln & Co ist nicht alles Gold was glänzt.

Besonders seit die großen Discounter das Label “Bio gemäß der EU-Verordnung” für sich entdeckt haben, fragt sich so mancher Bürger, wie eine ehemalige Marktnische, die nur einige wenige “Ökos” bediente, es nun schafft, zweistellige Zuwachsraten zu erzielen.

Ist Bio also wirklich Bio?

Zumindest bei der EU-Bioverordnung steckt der Teufel im Detail. Schwammige Klauseln und Mogelpackungen machen’s möglich. So darf ein Produkt bereits dann als Bio deklariert werden, wenn ein bestimmter Höchstwert an Pestiziden nicht überschritten wird - von RückstandsFREIHEIT kann hier also keine Rede sein.

Beschränkter Etikettenschwindel im Bezug auf Zusatzstoffe ist im Rahmen der Verordnung scheinbar fast schon vorgesehen. Wirklicher Betrug scheint noch nicht verbreitet zu sein, aber lukrative Geschäfte rufen früher oder später dubiose Gestalten auf den Plan.

Mein Tipp: “Echte” Bioprodukte aus dem Naturkostladen kaufen. Diese sind zwar merklich teurer als die Supermarktware - Traditionsfirmen wie die anthroposophische ausgerichtete Demeter haben aber Grenzwerte von denen die EU-zertifizierte Supermarktware nur träumen kann.


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Am Freitag begann in Berlin die 73. Internationale Grüne Woche, die weltgrößte Landwirtschaftsmesse. 1.500 Aussteller aus der Landwirtschaft und dem Lebensmittelbereich stellen noch bis zum 27. Januar an die 100.000 Produkte aus aller Herren Länder aus. Partnerland ist in diesem Jahr die Schweiz.

Logo Grüne Woche

Alles dreht sich um das Thema Essen, Ernährung, Anbau und Landwirtschaft. Vor allem in der konventionell geführten Landwirtschaft. Wie sieht es aus mit den Bio-Bauern? Die sind immer mehr vertreten, gerade auch weil der Bedarf an ökologisch angebauten Lebensmitteln in den letzen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Fünfzig Öko-Aussteller präsentieren sich auf 3.000 Quadratmetern Hallenfläche, deren Schwerpunkt die nachhaltige Landwirtschaft und der Biomarkt sind. Bäcker, Imker, Käser und Winzer bieten ihre Produkte zum Kosten an - nachhaltige Landwirte demonstrieren auf einem Erlebnisbauernhof innovative Methoden in der Produktion und führen artgerechte Tierhaltung vor.

Doch trotz Bio-Hype und verstärkter Nachfrage scheint der Ökolandbau immer noch der kleine Bruder der konventionellen Landwirtschaft zu sein. Die erhöhte Nachfrage nach Bioprodukten, vor allem regionalen, könne allein aus dem Inland gar nicht gedeckt werden – zu wenige Betriebe produzierten nachhaltig und der Umstieg sei oft schwer, wie es in einem Artikel der Tageszeitung heißt. Anlass zu Diskussion und Austausch bietet die Messe vor allem in diesen Fragen der Agrarpolitik.

Dass der ökologische Landbau mehr gefördert werden müsse, geht auch aus einer gerade erschienenen Studie des Bundesamtes für Naturschutz hervor. Die Landwirtschaft sei immer noch ein Hauptverursacher des Rückgangs der biologischen Vielfalt. Stark gestiegene Preise und Konkurrenz um Flächen für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen mache es einer ökologisch sinnvollen Bewirtschaftung schwerer.

Angesichts der weiter steigenden Nachfrage ist die Biobranche jedoch optimistisch – und kämpft auch weiterhin für bessere Konditionen im Handel und mehr Investitionen in die Ökobetriebe. Präsentieren wird sie sich nämlich demnächst wieder auf der größten Messe für Bio-Produkte, der BioFach in Nürnberg vom 21. bis zum 24. Februar 2008.


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Lebensmittel aus biologischen Anbau, fair gehandelte Waren, Ökostrom und nachhaltige Textilien – ökologisches Bewusstsein ist heute in aller Munde. Ökologische Produkte, besonders, was die Lebensmittel angeht, stellen da längst ein eigenes Marktsegment dar, was von Jahr zu Jahr wächst.

Das Image des alternativen „Müslihippies“ hat ausgedient, die Lohas sind die neuen Lifestyler auf ökologisch-nachhaltige Art und wenn sogar bei Aldi Biokartoffeln nichts Neues mehr sind, dann fragt man sich, schöne neue Welt? Leben wir jetzt alle wirklich gesünder, besser, nachhaltiger? Bis dahin ist es wohl noch ein langer Weg, der schon zu scheitern droht, wenn man sich im Dschungel der verschiedensten Bio-Marken und Bio-Siegel zurechtfinden will. Was verbirgt sich eigenlich hinter dem allbekannten Bio-Siegel und kann man sich wirklich darauf verlassen?

Biosiegel

Das deutsche Bio-Siegel wurde 2001 als Orientierungshilfe für Verbraucher eingeführt und entspricht den Kriterien der EG-Öko-Verordnung. Es soll garantieren, dass Lebensmittel frei von radioaktiver Bestrahlung, von Gentechnik und von synthetischen Pflanzenschutzmitteln, bzw. Düngern erzeugt werden. Bis zu fünf Prozent dürfen sie jedoch Bestandteile haben, die konventionell hergestellt wurden. Erzeuger, die ihre Produkte mit dem Siegel kennzeichnen wollen, müssen zudem Tiere artgerecht halten, ökologische Futtermitteln einsetzen und Felder in der Fruchtfolge abwechslungsreich gestalten. Dies wird durch regelmäßige Kontrollen der Öko-Kontrollstelle gewährleistet. Sie vergibt dazu Nummern (z.B. die DE-001-Öko-Kontrollstelle). Ohne diese Nummer fehlt dem Produkt die Zertifizierung und somit die Gewähr dafür, dass es sich um ein Bio-Produkt laut EG-Norm handelt.

Die EG-Standards erfüllen allerdings nur die minimalsten Voraussetzungen. Genmanipulierte Pflanzen, die an Tiere verfüttert werden, fallen z.B. nicht darunter. Auch künstlich hergestellte Aromen als Zugabe zur Geschmacksverbesserung sind eingeschränkt erlaubt.

Mit dem neuen EU-Siegel, das ab 2009 gilt, werden diese Standards sogar noch etwas verwässert werden, wie einige Verbraucherschützer warnen. Dort wird eine gentechnische Verunreinigung von Lebensmitteln von bis zu 0,9 Prozent zugelassen. Damit wird aber nur festgeschrieben, was schon seit 2004 sowohl für konventionelle, als auch biologische Lebensmittel gilt. Für den Verbraucher ist durch das Siegel letztlich nicht mehr erkennbar, ob die Ware garantiert frei von Gentechnik ist. Eine weitere Abschwächung der Kriterien befürchten Vertreter der Grünen: Ein klares Verbot für den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide im Ökolandbau würde mit der neuen EU-Norm fallen.

Möchte man nun wirklich hundertprozentig sichern gehen bei seinen Einkäufen, wendet man sich am besten an die diversen Anbauverbände. Diese nutzen ihr eigenes Kennzeichen und legen ihre Kriterien strenger an als die des Bio-Siegels. So zum Beispiel Bioland, demeter, Gäa, Naturland, Biokreis, Ecoland und EcoVin. Diese Marken werden auch nicht in jeder Supermarktkette geführt, sind in jedem gut sortierten Bioladen aber durchaus zu haben.

Zu guter Letzt: am wenigsten vertrauen sollte man wohl auf werbewirksam geschmückte Verpackungen mit glücklichen Kühen und Sprüchen wie „aus naturnaher Landwirtschaft“ oder „aus kontrolliertem Anbau“.


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In einem Restaurant des Fernsehkochs wurden Eier aus Käfighaltung verarbeitet.

Logo in einem der Fifteen-Restaurants.

Jamie Olivier kann man nicht entkommen. Er hat eine eigene Fernsehsendung, er schreibt Kochbücher und Kolumnen, inzwischen gibt es sogar eigene Jamie-Olivier-Küchensets. Seine kleinen Brüder hierzulande, Tim Mälzer etwa, sind durchaus erfolgreich - aber an die Popularität des britischen Star-Kochs kommen sie nicht heran. Jamie Olivier ist eine Marke.

Was ja an und für sich nicht schlimm ist; zumal er sich zum Vorreiter der Bio-Bewegung auf der Insel emporgeschwungen hat. Vorreiter? Mehr als das: Jamie Olivier führt die Bio-Revolution an. Unbestechlich. Prinzipienfest. Unter Anderem mit der verbindlichen Erklärung, dass jedes seiner “Fifteen”-Restaurants ausschließlich Produkte aus biologischem Anbau verarbeite.

Nun sind Handy-Fotos aufgetaucht, die in der Küche eines “Fifteen”-Restaurants ein 300er-Schachtel Eier aus Käfighaltung zeigen. Der verantwortliche Koch rechtfertigte sich, er habe nur einen Engpass verhindern wollen, da der Bio-Lieferant nicht pünktlich gewesen sei - umsonst. Olivier: “Ich war niemals so enttäuscht”. Und: “Es werden Köpfe rollen.” Man kann nur hoffen, dass der Bio-Revolutionär Jamie Olivier seine Aussage nicht ganz so wörtlich meint wie ein gewisser Robespierre, der auf einem anderen Terrain vor zweihundert Jahren Revolution machte …


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Die amerikanische Schauspielerin Daryl Hannah (”Kill Bill”) engagiert sich in ihrem Videoblog seit Längerem für umweltbewusstes Verbraucherverhalten - auch, was Ernährung betrifft. Berühmt wurde der folgende Clip, in dem die Schauspielerin ein Gläschen Biodiesel trinkt, um dessen Unschädlichkeit zu beweisen.

Nicht unbedingt jedermanns Geschmack - aber die rasche Verbreitung des Videos ins den USA zeigt, dass “grüne” Inhalte auch den Kyoto-Entsagern nahegebracht werden können - auf die Methode kommt’s an!


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