Einfach mal anschauen und in sich gehen.
Na?
Noch Appetit auf Pute aus dem Sonderangebot?
Die SPD-Bundestagsfraktion will mit einer parlamentarischen Initiative die EU-Regelungen zur grünen Gentechnik verschärfen.
Ziel der Initiative sei es, den Druck auf Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) noch mehr zu erhöhen, sich für tiefgreifende Änderungen des Gentechnikrechts zu engagieren. Insbesondere soll eine Rechtsgrundlage dafür geschaffen werden, dass sich Landkreise verbindlich zu gentechnikfreien Zonen erklären können. Außerdem gehe es um Änderungen bei Saatgutkennzeichnung sowie Genehmigungsrecht. Die SPD wirft der CDU/CSU vor, sich nicht eindeutig zu positionieren und ihr “Fähnchen nach dem Wind” zu richten.
So ganz ohne Gegenwind steht die SPD mit der Initiative allerdings nicht da.
Wissenschaftler verschiedener Universitäten wiesen auf die Unangebrachtheit solcher Forderungen hin; die Regelungen seien eindeutig und scharf genug formuliert. So sei seit 1998 keine transgene Pflanze mehr für den Anbau in der EU zugelassen wurde und die Vorgaben zur Risikobewertung vor der Markteinführung neuer Pflanzen seien detailliert, nicht zuletzt durch Post-Market Monitoring. Gentechnikfreie Regionen bestünden auf der Grundlage von einzelnen Landwirten und das solle auch so bleiben, so die Mehrheit der sich zu Wort meldenden Wissenschaftler.
Da stellt sich mir die Frage, was höher zu bewerten ist: Die Entscheidungsbefugnis der Gemeinschaft oder des Einzelnen?
Wer das hier bis zum Ende anschaut und nichts anfängt, nachzudenken, kann kein Herz haben…
Wenn ich an Plastik denke, dann fällt mir dazu sicherlich eine Sache nicht automatisch ein: biologisch abbaubar. DAS könnte sich in Zukunft jedoch ändern!
Heute lief im Deutschlandradio ein Beitrag, bei dem ich lange Ohren bekam. Es ging um einen Verband, von dem ich bislang noch nicht gehört hatte, nämlich den European Bioplastics.
Bioplastik? Wie soll denn das bitte funktionieren? Hieß es bislang nicht immer, Plastik beziehungsweise Kunststoff sei DER Öko-Killer?
45 Millionen Tonnen Kunststoffe werden jedes Jahr allein in Westeuropa verbraucht. Hergestellt werden sie bis jetzt fast ausschließlich aus Erdöl. Das soll sich in Zukunft ändern. Nicht nur, weil das “schwarze Gold” irgendwann ganz sicher zur Neige geht und die Preise vorher ins Unermessliche schießen werden, sondern vor allem auch aus ökologischen Gründen.
Künftig sollen Pflanzen den Rohstoff für Verpackungen und andere Kunststoffmaterialien liefern.
Hier kommen die European Bioplastics, denen unter anderem BASF angehören, ins Spiel.
Definition von Biokunststoffen nach European Bioplastics:
Kunststoffe, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden Biologisch abbaubare Kunststoffe, welche alle Kriterien von wissenschaftlich anerkannten Normen zum Nachweis der biologischen Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit von Kunststoff(produkt)en erfüllen; in Europa: EN 13432
European Bioplastics erklärt anhand der schematischen Kreislauf-Grafik, wie sich der Verband die Natur zum Vorbild bei der Produktion von Bio-Plastik macht:
100 Milliarden Tonnen Biomasse werden jährlich durch Pflanzen erzeugt, angetrieben durch Sonnenlicht und Fotosynthese. Die gleiche Menge wird vor allem durch biologischen Abbau, betrieben durch eine Vielzahl von Mikroben, wieder in die Ausgangsprodukte zerlegt: Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasser sowie geringe Mengen an Biomasse und Mineralien. Diesen geschlossenen Kreislauf zu imitieren, ist das Ziel der Biokunststoffindustrie. So lassen sich klimaschädliche CO2-Emissionen reduzieren und fossile Ressourcen für spätere Generationen sparen.
Kernpunkt ist also die Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Zwar machen Kunststoffe nur 5% des weltweiten Bedarfs an Erdöl aus, jedoch dürfe man dennoch die macht dieses Wirtschaftsbereichs nicht ausser Acht lassen. ![]()
Es erscheint immer wichtiger und dringlicher, auch in diesem bedeutsamen Wirtschaftszweig – seine Wirtschaftsleistung in Europa beträgt über alle Bereiche hinweg ca. 200 Milliarden Euro – alternative Rohstoffe einzusetzen, so der Verband.
Bis zu 10% des gesamten Kunststoffbedarfs lassen sich mit den derzeit verfügbaren Bio-Kunststoffen abdecken, doch das Potential sei noch lange nicht ausgeschöpft. Durch geschickte Nutzung der Funktionalität der Werkstoffe und Ansprache des enorm positiven Images beim Verbraucher kann erfolgreich vermarktet werden.
Damit Verbraucher die Produkte erkennen und von konventionellen Kunststoffen unterscheiden können, wurde eine Kennzeichnung entwickelt, die auf wissenschaftlich basierten Kriterien von biologischer Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit der Produkte beruht. Quasi eine Art Bio-Siegel für den Kunststoff.
Wer detailliert erfahren möchte, wie die Biokunststoffe im Einzelnen hergestellt und vermarktet werden, kann HIER fümdig werden
Auch die Bundesregierung zieht gemeinsam mit European Bioplastics an einem Strang: Ab 1. Januar 2009 sind Biokunststoff-Flaschen von der Pfandpflicht befreit. Weitere Maßnahmen sollen folgen.
Konsequent wäre es natürlich, wenn als erste die zahlreichen Produzenten von Bio-Produkten auf die Biokunststoffe zurückgreifen würden, damit endlich mal wirklich alles ABSOLUT BIO ist. ![]()
Ich persönlich greife ja gerne auf selbstgemachte Kosmetik zurück, da weiß ich als Allergikerin wenigstens haargenau, was drin steckt. Manch einem ist das jedoch zu aufwendig und, ok, ich gebe es zu, manchmal greife auch ich dann aus Bequemlichkeit zu fertigen Produkten. Zum Glück gibt es die kontrollierte Naturkosmetik und wer zu solcher greift, ist ebenfalls auf der sicheren Seite.
Naturkosmetik dient nicht nur der Verschönerung und Pflege unseres Körpers, sondern auch unserer Seele und unseres Wohlbefindens. Wirkstoffe aus der Natur machen dies möglich und hierbei spielen natürlich haut- und umweltfreundliche natürliche Rohstoffe die größte Rolle. Naturkosmetik dient der Anregung und Unterstützung unserer natürlichen Hautfunktionen, sie ist quasi Hilfe zur Selbsthilfe für unsere Haut.
Behutsamer Umgang mit pflanzlichen Wirkstoffen, stets unter Berücksichtigung aktuellester Forschungsergebnisse, ist eine Hauptvoraussetzung, um ein Produkt als “kontrollierte Naturkosmetik” bezeichnen zu können. Hersteller solcher Produkte verwenden ausschließlich natürliche Rohstoffe wie pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Kräuterextrakte und Blütenwässer, oder ätherische Öle und Aromen aus kontrolliert biologischem Anbau oder aus Wildsammlung. Außerdem spielt die ökologische Verträglichkeit jedes Produktes, die optimale Abbaubarkeit von Rohstoffen sowie der sparsame Einsatz recycelbarer Verpackungsmaterialien eine wichtige Rolle.
Erkennbar ist die “kontrollierte Naturkosmetik” am BDHI-Siegel. BDIH ist die Abkürzung für Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel, eine 1951 gegründete Vereinigung von Herstellungs- und Vertriebsunternehmen mit Sitz in Mannheim (www.bdih.de).
Eine Liste kontrollierter Hersteller findet man hier.
“Öko” und “Bio” sind Trend, selbst die kleinsten Discounter bieten eigene Bio-Produkte an und auch das Bild vom typischen ökologisch orientierten Mitmenschen in Jesuslatschen, mit John-Lennon-Brille, bunter Strickweste und mit langer, verfilzter Haarmatte stimmt so nicht mehr wirklich.
Nun gibt es auch eine Bezeichnung (oder eher einen typischen neudeutschen Marketingbegriff) für Menschen, die versuchen, im Einklang mit Umwelt und Natur zu leben und ein biologisch-ökologisches Bewusstsein an den Tag legen: Lohas. Handelt es sich hierbei um eine nachhaltige Bewusstseinsänderung oder nur einen vorübergehenden grünen Trend in der Gesellschaft?
Das Wissensmagazin “GDI IMPULS ” (www.gdi-implus.ch) schreibt in seiner Ausgabe vom Herbst 2007:
“Bewusster Konsum ist Mainstream geworden. Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit und Umweltbewusstsein liegen im Trend eines angesagten Lebensstils, der die Reformhaus-Verbissenheit einstiger Öko-Ideologen durch ein neues Selbstverständnis des Konsums ablöst. Das aktuelle Zauberwort der Trendbranche lautet daher LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability — auf Gesundheit und Nachhaltigkeit basierender Lebensstil). Es bezeichnet stilbewusste, eher gutsituierte Menschen, für die Technikaffinität und grünes Gewissen, Konsumfreude und Nachhaltigkeit keine Widersprüche mehr sind.
Einfacher gesagt sind damit Leute gemeint, die das Leben genießen und dennoch im Sinne des Umweltschutzes ihren Teil dazu beitragen wollen, dass die Lebensgrundlagen für alle erhalten bleiben und die Natur durch unsere Lebensweise nicht überbeansprucht wird. Neo-Ökos eben
Nach Umfragen handelt es sich bei Lohas häufig um Menschen mit besonders hohem Einkommen. In den USA werden bereits 30 Prozent der Einwohner, in Deutschland bislang etwa 15 Prozent zu diesem Konsumenten-Typ dazu gezählt.
Die Folgen der globalen Umstellung auf Biosprit nehmen immer groteskere Züge an.
Stellte sich in der letzten Woche die Frage, ob Biosprit schuld an wachsender Armut sei, so warnen Ökologie-Experten in den USA vor einer drohenden Ökokatastrophe.
So wird berichtet, dass die für die Biosprit-Produktion benötigten Düngemittel von amerikanischen Bauern auf Maisfeldern am Mississipi und Atchafalaya von den Feldern in die Flüsse absickern. Mit dem Fluss fließe der Dünger dann Richtung Meer. Wenn jetzt die Biosprit-Produktion wie geplant anlaufe, so drohe dem Golf von Mexiko eine Vergrößerung der “Todeszone”, in der weder Fische noch Pflanzen leben können, weil der Sauerstoffgehalt viel zu niedrig ist.
Damit ist eine weitere, dem Umweltschutzgedanken vollkommen gegenläufige “Nebenwirkung” des Biosprits bekannt. Was bringt es, die Umwelt durch den richtigen Sprit zu schützen, wenn wir sie gleichzeitig durch die Dünger für diesen Sprit effektiv zerstören? Es ist wirklich fraglich, ob der globale Nutzen des Biosprits die Ausweitung der Todeszone im Golf von Mexiko rechtfertigt.
Für mich hat sich der neue Kraftstoff damit schon längst eingereiht in die lange Reihe der Produkte, auf denen “Bio” draufsteht, die der Umwelt aber auf lange Sicht mehr schaden als nützen.
Habt ihr euch beim Einkaufen schon mal Gedanken gemacht, wie das Hühnchen wohl gelebt hat, dessen Brust ihr grad in den Wagen gepackt habt? Oder ob euer Gehacktes früher mal ein glückliches Rind war?
Und wie sieht es mit eurem Haustier aus- ist DAS glücklich?
Bewusst leben, bedeutet auch, bewusst nachzudenken. Es reicht nicht, ab und an mal “bio” zu kaufen. Wer bei Sonderangeboten und “Billigfleisch” zuschlägt und nie auch nur einen Gedanken an das Tier verschwendet, lebt eine Doppelmoral.
Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln könnte die Sicherheit in der Welt gefährden, darin sind sich die Politiker in aller Welt einig. Ursache für die drastischen KOstenanstiege könnte der Biosprit sein. Kann Umweltschutz etwa töten?
Die EU möchte den Anteil an Biosprit am gesamten Kraftstoffverbrauch auf etwa zehn Prozent oder sogar mehr steigern. Voraussetzung dafür sei, dass Kriterien festgelegt werden, um die Nahrungsmittelversorgung und die Umwelt nicht zu gefährden, erklärten EU-Kommission und Ratspräsidentschaft am Samstag nach einem Treffen der EU-Umweltminister im slowenischen Brdo.
So ist zum Beispiel vorgesehen, dass für den Anbau von Biosprit-Rohstoffen kein Wald gerodet und kein Moor trocken gelegt werden darf. Die Vorgabe zur Steigerung von Biokraftstoff gehört zum Gesetzespaket, mit dem die EU den Ausstoss von Treibhausgasen um 20 Prozent bis 2020 senken will.
Allerdings explodieren unter anderem wegen des zunehmenden Anbaus von Weizen, Mais, Zucker oder Palmöl für die in den USA und in der EU subventionierten Pflanzenkraftstoffe weltweit die Nahrungsmittelpreise. Diese Produktion steht in direkter Konkurrenz zu anderen Nahrungsmitteln oder verdrängt deren Anbau.
In Haiti kam es wegen der drastischen Verteuerung von Nahrungsmitteln schon zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
“Ich betrachte die steigenden Lebensmittelpreise … als eine Gefahr für Wachstum, Armutsbekämpfung, Stabilität und Frieden in der Welt”, sagt Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Sie vertritt Deutschland im Entwicklungsausschuss der Weltbank und misst dem Problem des Preisanstiegs bei Nahrungsmitteln ein große Sprengkraft zu. Ja, sie geht sogar so weit zu vermuten, dass dieses Problem die Sicherheit in der Welt gefährden könnte.
Sie macht besonders den Anbau von Pflanzen für Biosprit und damit verbunden die Biosprit-Strategie in Industrieländern verantwortlich.
Nach ernstzunehmenden Untersuchungen gingen 30 bis 70 Prozent der Nahrungsmittel-Preissteigerungen auf den forcierten Anbau und die Verwendung von Pflanzen für Kraftstoffe zurück.
Die Ministerin argumentierte, es bringe für den Klimaschutz nichts, wenn dafür am Äquator die tropischen Regenwälder
für die Produktion von Biosprit abgeholzt werden. Jeder Prozentpunkt höhere Lebensmittelpreise bedrohe zusätzlich 16 Millionen Menschen mit Hunger, erklärte die Ministerin. Betroffen seien speziell die Ärmsten der Armen in Entwicklungsländern. Die Erfolge der Entwicklungshilfepolitik in den letzten Jahren drohten in kürzester Zeit ausgewischt werden. Gefordert seien die reichen Länder mit Hilfen, aber auch die Entwicklungsländer mit mehr Ausgaben für die landwirtschaftliche Entwicklung.
Trotz all dem hält die EU weiter daran fest, mehr Kraftstoff aus Nutzpflanzen gewinnen zu wollen.
Die Europäische Umweltagentur EEA, eine Forschungsnetzwerk der EU, forderte vergangene Woche, das “überehrgeizige” Ziel aufzugeben. Dies sei ein schwer kontrollierbares Experiment mit nicht absehbaren Folgen. Biosprit hätte eine umweltschädigende intensive Landwirtschaft in der EU sowie weiteren Raubbau am Regenwald in Produktionsländern außerhalb Europas zur Folge.
Mit anderen Worten: Wenn wir Europäer auf unserem Ego-Trip bleiben, muss der Rest der Welt, vor allem der arme Teil, darunter leiden. Nicht alles, was “bio” ist, ist eben auch nachhaltig oder gar gut für die gesamte Welt. Manches, was wir unter dem Deckmantel des Umweltschutz tun, gefährdet sogar wletweit die Natur.
Wir leben und atmen jeden Tag, essen, trinken, produzieren Müll, fahren Auto, benötigen Kleidung, Möbel etc… und ob wir es wollen oder nicht, all das hat seine Auswirkung auf die Natur.
Auf www.ecofoot.org kann man mit einem kleinen Quiz herausfinden,
wieviel Natur jeder von uns tagtäglich so “verbraucht”.
Das Ganze nennt sich “ökologisches Fußabdruckquiz” und am Ende erhält man seinen ganz eigenen ökologischen Fußabdruck , hat einiges über die Umwelt dazu gelernt und kann sich mit anderen ökologisch Interessierten vergleichen.
Der eine oder andere Schreck ist dabei bewusst einkalkuliert und soll zu noch mehr Auseinandersetzung mit dem Planeten und bewusstem Umgang mit seinen Ressourcen beitragen.