Die Käfighaltung von Hühnern gehört komplett abgeschafft. So zumindest will es Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Außerdem soll ein neues Lebensmittel-Siegel eingeführt werden, das über die Tierhaltung informiert.

Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, will in den nächsten Wochen ein neues Reformpaket durch den Bundestag bringen, das mit dem vollständigen Verbot der Käfighaltung für Hühner einhergeht. Hiermit sollen sowohl der Tierschutz als auch die Rechte des Verbrauchers gestärkt werden.
Künftig werden also nur noch Eier aus Boden-, Freiland-, und Ökohaltung im Handel erhältlich sein. Ein Lebensmittel-Siegel, das dem Bio-Siegel für Obst und Gemüse ähnelt, soll den Verbraucher über die Herkunft von Fleisch und Eiern sowie die Haltung der Nutztiere informieren. weiterlesen »
Der Dioxin Skandal hat in der letzten Zeit für viel Wirbel gesorgt. Es wurden Rückstände in Lebensmitteln gefunden und die Konsumenten sind aus diesem Grund sehr verunsichert. Aber wie sieht es mit Bio-Lebensmitteln aus?
Die aktuellen Befunde über Dioxinfunde in Fleisch und Eiern haben nicht nur die Verbaucher, sondern auch die Landwirte verunsichert. Den Medien zufolge sei das Dioxin in die Lebensmittel gelangt, indem mit Dioxin belastete konventionell produzierte Fettsäuren, die nur für technische Zwecke gedacht waren, Tierfutter zugeführt worden sind. weiterlesen »
Heute wurde bekannt, dass täglich etwa 30.000 Eier aus Bodenhaltung umdeklariert werden und als Bio-Eier in den Handel gelangen. Aufgedeckt hat das die Tierschutzorganisation PETA.
Konventionell hergestellte Eier der “Landkost” in Spreenhagen und Bestensee (Brandenburg)werden so als Freiland-Eier bei Kaiser’s-Tengelmann (unter der Marke “Freiland-Landkost”) und Edeka (unter der Marke “Freiland-Luisenhof”) vertrieben, berichtet PETA in verschiedenen Tageszeitungen. Laut der Tierschutzorganisation stammt jedes zweite in Berlin verkaufte Ei von diesem Produzenten!
Noch dreister geht es beim Betrug mit Bio-Eiern zu. Hier fungiert ein angesehener und mehrfach für seine vorbildliche Tierhaltung ausgezeichneter Bio-Geflügelhof in Deersheim als Strohmann: Die in Bodenhaltung hergestellten “Landkost”-Eier werden an den Bio-Hof geliefert und von dort als Bio-Ware an Edeka (unter der EDEKA Eigenmarke “Bio Wertkost”), Penny (Eigenmarke “Naturgut”), Coop (Eigenmarke “Bio Coop”) und Rewe (Eigenmarke “Füllhorn”) bundesweit weiterverkauft.
So berichtet heute die BILD-Zeitung und zeigt auch gleich ein Video von PETA.
Angeblich bezieht auch der Babynahrungshersteller Hipp seine Bio-Eier vom genannten Produzenten.
PETA errechnet einen Betrugsschaden in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro- alles unter dem Label “Bio”.
In einem Restaurant des Fernsehkochs wurden Eier aus Käfighaltung verarbeitet.
Jamie Olivier kann man nicht entkommen. Er hat eine eigene Fernsehsendung, er schreibt Kochbücher und Kolumnen, inzwischen gibt es sogar eigene Jamie-Olivier-Küchensets. Seine kleinen Brüder hierzulande, Tim Mälzer etwa, sind durchaus erfolgreich – aber an die Popularität des britischen Star-Kochs kommen sie nicht heran. Jamie Olivier ist eine Marke.
Was ja an und für sich nicht schlimm ist; zumal er sich zum Vorreiter der Bio-Bewegung auf der Insel emporgeschwungen hat. Vorreiter? Mehr als das: Jamie Olivier führt die Bio-Revolution an. Unbestechlich. Prinzipienfest. Unter Anderem mit der verbindlichen Erklärung, dass jedes seiner “Fifteen”-Restaurants ausschließlich Produkte aus biologischem Anbau verarbeite.
Nun sind Handy-Fotos aufgetaucht, die in der Küche eines “Fifteen”-Restaurants ein 300er-Schachtel Eier aus Käfighaltung zeigen. Der verantwortliche Koch rechtfertigte sich, er habe nur einen Engpass verhindern wollen, da der Bio-Lieferant nicht pünktlich gewesen sei – umsonst. Olivier: “Ich war niemals so enttäuscht”. Und: “Es werden Köpfe rollen.” Man kann nur hoffen, dass der Bio-Revolutionär Jamie Olivier seine Aussage nicht ganz so wörtlich meint wie ein gewisser Robespierre, der auf einem anderen Terrain vor zweihundert Jahren Revolution machte …
Gibt es das “glückliche” Frühstücks-Ei?
Die erschreckenden Bilder von in engen Drahtverschlägen massenhaft gehaltenen Hennen sind bei den Verbrauchern nicht ohne Wirkung geblieben: Seit Jahren wächst der Anteil an sogenannten “Bio-Eiern” kontinuierlich an.
Doch abgesehen davon, dass ein Ei an sich nun mal nicht glücklich sein kann, hat sich das Bio- oder Freilandhaltungs-Ei zu einem festen Markenbegriff im Bio-Lebensmittelbereich entwickelt. Viel dazu beigetragen hat auch die Stempelkennzeichung eines jeden einzelnen Eies.
Ein solcher Eier-Code sieht wie folgt aus: 0 – DE – 111222333. Die erste Stelle gibt dabei für den Verbraucher, der sich für die Aspekte von Tierhaltung und -schutz interessiert, die Haltungsform an. Faustregel: Je niedriger die Zahl, desto tiergerechter, denn “0″ steht für ökologische Haltung, “1″ für Freilandhaltung, “2″ für Bodenhaltung und die “3″ steht mit der Käfighaltung für die zwar zugelassene industrielle, aber nicht tiergerechte Haltung. Der Buchstabencode gibt dann das erkunftskland an, die Ziffernfolge danach steht eindeutig für einen Haltungsbetrieb, so dass man die Herkunft jedes Eies nachverfolgen kann.
Da insbesondere die “Bodenhaltung” in der Vergangenheit als Marketingbegriff für Umut gesorgt hatte, weil sie für viele Verbraucher viel positiver klang oder vermarktet wurde, als es in der Realität der Fall war, sollte man sich einmal kurz mit den Haltungsbedingungen vertraut machen.
Wer sich einmal die geschilderten Bedingungen vor Augen führt, wird schnell merken, dass an sich nur die beiden letzten Formen den Hennen ein Leben unter nahezu normalen Bedingungen ermöglichen. Und schnell wird klar, warum Eier entweder tiergerecht oder billig sein können. Daher entscheiden sich immer mehr Verbraucher bewusst für die teureren, aber auch qualitativ besseren Freilandhaltungseier. Selbst die Lebensmitteldiscounter führen mittlerweile Freilandhaltungseier im Sortiment und Dank der Stempelung ist es für jeden Verbraucher einfach, zwischen Werbeaufdruck und wirklicher Herkunft zu unterscheiden.